Mit „Lessons from 1991″ wollten wir die Situation in Jugoslawien im Jahr 1991 analysieren und damit gleichzeitig versuchen Antworten auf Fragen zu finden, die im heutigen Europa relevant sind. Wir sehen viele Parallelen zwischen früher und heute (ökonomische und politische Krisen, zunehmende Grenzsicherungen und Aufstieg des Nationalismus) und glauben, dass Europa aus der Geschichte Jugoslawiens lernen könnte und sollte, um bessere Lösungen auf ähnliche Problemen finden zu können. Die jugoslawische Geschichte ist eine höchst wertvolle, wenn auch tragische, Erfahrung für Europa, da sie zugleich Teil der europäischen Vergangenheit ist und somit Erinnerung an die Folgen gewisser Handlungen und Ereignisse ermöglicht.

„Lessons from 1991″ hatt einen Blick auf das Jahr 1991 durch die Augen und Linsen von Fotograf*innen geworfen, die den Krieg in Jugoslawien dokumentierten. Man sagt, im Krieg stärbe die Wahrheit als erstes – was auch für die Fotografie gilt. Denn im Krieg wird das scheinbar objektive Medium nicht selten zum Mittel für Manipulation und Täuschung und für politische Ziele instrumentalisiert. Auf dieses Phänomen wollten wir den europäischen Blick lenken und Fotograf*innen aus allen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens dazu einladen besagte Beobachtung mit authentischen Aufnahmen dieser Zeit visuell zu untermauern. Die Ausstellungen und begleitenden Diskussionsrunde mit Journalist*innen, Historiker*innen und Politiker*innen hatt in Slowenien, Kroatien, Serbien und Deutschland stattgefunden.

Das Projekt sollte einerseits Raum für Erinnerung schaffen und gleichzeitig den Bröckenschlag in die Gegenwart wagen und kritische Denkanstätäe im Hinblick auf die gegenwärtige Situation Europas ermöglichen. Was passiert, wenn eine Gemeinschaft keine gemeinsamen Ziele mehr hat, sondern zunehmend von Einzelinteressen geprägt ist? Was passiert, wenn Grenzen (wieder) geschlossen werden? Wie können Menschen, die einst friedlich und respektvoll zusammengelebt haben auf einmal zu Feinden werden? Das alles sind brisante und relevante Fragen in der EU und Menschen, die einen aufmerksamen Blick auf die jugoslawischen Ereignisse vor und während des Krieges geworfen haben, können möglicherweise neue Blickwinkel und Denkanstäte eröffnen, die Europäer*innen nicht nur eine historische Retrospektive auf den Jugoslawien-Krieg ermöglichen, sondern auch aus Jugoslawiens Vergangenheit eine Lektion für die europäische Zukunft zu lernen.

Partner:

  • Društvo za evropsko zavest
  • Fotoklub Maribor
  • Organ Vida
  • Fotosavez Beograd
  • Kultur- und Bildungsprojekte e.V.